Vineta Festspiele

Vineta ist der Name einer sagenumwobenen Stadt an der Ostsee. Der Sage nach, soll sie vom 8. -12. Jahrhundert die größte, schönste und reichste Handelstadt Europas von Weltruhm gewesen sein. Die multikulturelle Bevölkerung war so reich, dass „Mädchen mit goldenen Spindeln spannen“ und „Mütter ihren Kindern mit Semmeln den Hintern wischten“. Das Leben in der Stadt war von Hochmut, Gottlosigkeit und Verschwendung geprägt. Dies war Grund dafür gewesen, dass Gott die Stadt bestrafte und Vineta durch eine Sturmflut im Meer versank. Selbst die vorherige Warnung wurde ignoriert. Denn drei Monate, drei Wochen und drei Tage vor dem Untergang stieg sie im vollen Glanz empor aus dem Meer. Die Stadtältesten erkannten die Notlage und forderten die sofortige Evakuierung. Doch ihre Worte verhallten in den selbstherrlichen Ohren der Einwohner. So tauchte einige Wochen später eine Meerjungfrau aus dem Meer auf und rief bevor die Stadt im Meer versank:

„Vineta, Vineta, du rieke Stadt, Vineta sall untergahn, wieldeß se het väl Böses dahn“
(Vineta, Vineta, du reiche Stadt, Vineta soll untergehn, weil sie viel Böses getan hat.)

Bis heute soll man am Meer bei Windstille die Glocken Vinetas läuten hören.

Seit dem 12. Jahrhundert beschäftigt diese Sage bedeutende Wissenschaftler ihrer Zeit. Wo genau befand sich die Stadt? Ist sie wirklich im Meer versunken oder wurde sie bei einem kriegerischen Angriff, bspw. von den Dänen geplündert und völlig zerstört? Warum gibt es von einer weltberühmten Stadt, die größer war als Konstantinopel nach dem 12. Jahrhundert keine Analen oder Überlieferungen?

Wie jede Sage ist auch diese Geschichte voller phantastischer Ereignisse. Doch meistens stützen sie sich auf einen wahren Kern. Somit werden sich also auch in Zukunft Forscher mit der Vineta-Saga befassen.

Auf eine künstlerische Weise befasst sich die Vorpommersche Landesbühne Anklam mit diesem Thema. Seit 1997 finden im Usedomer Ostseebad Zinnowitz auf einer eigens zu diesem Zweck gebauten Freilichtbühne die Vineta-Festspiele statt. Die jährlich wechselnden Themen werden von Ende Juni bis Anfang September viermal in der Woche aufgeführt. Neben den klassischen Theatertechniken wie Schauspiel und Tanz werden darüber hinaus auch technische Elemente wie Lasershows und pyrotechnische Effekte eingesetzt.